Vereinsgeschichte

Bereits im Jahre 1916 gegründet, hat unser Verein eine lange und bewegte Geschichte vorzuweisen. Er ist der älteste und am längsten bestehende Kleingärtnerverein Mülheims. Anlass zur Gründung war ein Vortragsabend der Kleingärtner von Dümpten und Saarn am 4. März 1916 zum Thema „Höchsternten im Gemüsebau“.
Auf einer Gründungsversammlung am 24. Oktober 1916 im ehemaligen Gasthaus „Zum Salamander“ schlossen sich Gartenfreunde zum „Verein zur Förderung des Kleingarten- wesen (Schrebergarten) zu Mülheim an der Ruhr“ zusammen. Aus diesem Zusammen-schluss entstand der spätere Kleingärtnerverein Mülheim (Ruhr) – Nord e.V.

Lassen Sie sich mitnehmen auf eine interessante Zeitreise mit Höhen und Tiefen, Glücksmomenten und Rückschlägen aber auch vielen informativen Fakten und Höhepunkten in unserer Vereinsgeschichte.


 1916 | Vereinsgründung

Die erste Gründungsversammlung unseres Vereins fand am 24. Oktober 1916 im Gasthaus "Zum Salamander" statt.

Die erste Gründungsversammlung unseres Vereins fand am 24. Oktober 1916 im Gasthaus „Zum Salamander“ statt.

Angeregt durch das Vorbild des Leipziger Arztes Dr. Schreber, wurde am 04.03.1916 auf einem Vortragsabend der Kleingärtner aus Dümpten und Saarn die Gründung eines Vereins beschlossen. Aufgrund dieses Beschlusses stellte die Stadt Mülheim an der Ruhr den Kleingärtnern ein 8 Morgen großes Freigelände (entspricht ca. 20.000 m2) an der Kappenstrasse zur Verfügung.

Am 24.10.1916 wurde der „Verein zu Förderung des Kleingartenwesen (Schrebergarten) Mülheim (Ruhr) Nord e. V.“ gegründet und unter Nr.: 59 in das Vereinsregister eingetragen. Unser Kleingärtnerverein war gegründet.

Ebenfalls 1916 erhielten wir für die Anlage Kappenstraße einen Zuschuss von 8.000 Mark. Auf dem vollkommen kahlen Gelände an der Kappenstraße, das durch einen Zaun umschlossen wurde, teilte man 56 Gärten ab.

1918 und harte Nachkriegsjahre bis 1931

Um die Not der Nachkriegsjahre etwas zu lindern, baute man vor allem Kartoffeln und Gemüse in den Gärten an.

Um die Not der Nachkriegsjahre etwas zu lindern, baute man vor allem Kartoffeln und Gemüse in den Gärten an.

Der Not gehorchend wurden in den letzten Kriegsjahren des Ersten Weltkriegs und den schweren Jahren danach vorwiegend Kartoffeln und Gemüse angebaut. Später wurde um das gesamte Gelände eine Weißdornhecke gepflanzt.

Nachdem 1926 der Kreisverband als Stadtverband gegründet wurde, kam mehr Leben in die Vereine

Die in Deutschland um sich greifende Inflation machte auch vor dem Ruhrgebiet und Mülheim nicht halt: Als Paul Wolf am am 28.11.1928 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, hatte unser Kleingärtnerverein insgesamt 100 Millionen Mark Schulden!

1930  wurden die ersten Obstbäume in unseren Gärten gepflanzt.

1931  Der Verein erhält noch ein weiteres 7 Morgen großes Gelände an der Boverstraße. Hier wurden 60 Gärten angelegt, für die sich jedoch schon 300 Bewerber gemeldet hatten. Für die 60 „Erwerbslosengärten“, wie man sie damals nannte, erhielt der Verein zur Erschließung des Geländes ein Darlehen von 800 Mark. Zum Vergleich: 1916 erhielten wir für die Anlage Kappenstraße einen Zuschuss von 8.000 Mark.

1936 bis 1949 | Bau des Vereinshauses und Wasseranschluss

1936: Bau unseres ersten Vereinshauses

1936: Bau unseres ersten Vereinshauses

In den nächsten Jahren ging es mit unserer Gartenanlage aufwärts. 1936 wurde mit dem Fachwissen unseres damaligen Kassierers in zwei Bauabschnitten unser erstes Vereinshaus gebaut. Vor demselbigen wurde zum Vergnügen aller Kinder ein Spielplatz hergerichtet.

Einen Rückschlag erfuhr unser Verein durch die Kriegsereignisse des 2. Weltkrieges. Einige Gartenhäuser wurden zerstört und ein Teil der Anlage verwüstet. Nach 1945 gingen die Gartenfreunde mit frischem Mut an den Neuaufbau.

1949 wurde das Vereinshaus renoviert. In unserer Gartenanlage verlegten wir im selben Jahr die erste Wasserleitung.

1950 bis 1970 | Zwischen Zuversicht und Bangen

1950 versuchten die Stadtväter der Stadt Mülheim an der Ruhr unsere Gartenanlage an der Boverstrasse aus dem Grünplan der Stadt zu streichen. Unsere Kleingärtner, eine verschworene Gemeinschaft, ließen sich aber nicht überfahren. Viele Eingaben und Verhandlungen waren nötig, um den Verlust der Kleingärten abzuwenden.

1957 wurde zum Zeichen der Zuversicht für unsere Besucher ein Ruheplatz, bestehend aus einer großen Rasenfläche, einem Rundweg, Blumenrabatten und Bänken, angelegt.

Unser Vereinshaus 1957 mit Rundweg, Bänken und Rasenfläche für unsere Besucher

Unser Vereinshaus 1957 mit Rundweg, Bänken und Rasenfläche für unsere Besucher

Das Vereinshaus im Gartenbereich Kappenstrasse entsprach nicht mehr allen Anforderungen und wurde noch im selben Jahr erweitert. Allem die Krone aufsetzend errangen unsere Gartenmitglieder beim Wettbewerb um den goldenen Erntekranz den zweiten Platz.

 1968 wurden in Gemeinschafts-arbeit die Stromkabel in beiden Anlagen verlegt. Nun konnten alle Gartenhäuser an das Stromnetz angeschlossen werden. Nun konnten die Kleingärten auch zur Erholung genutzt werden.

1969 und 1970 wurden zu „Schwarzen Jahren“ unserer Vereinsgeschichte. Wieder versuchten die Stadtväter der Stadt Mülheim an der Ruhr unsere Gartenanlage zu verkleinern. Diesmal sollte die Anlage an der Kappenstraße für den Neubau der Gesamtschule Nord geopfert werden. Viele Eingaben, Verhandlungen, Beratungen, Zusagen und Widerrufe hielten unsere Gartenfreunde in Atem.

1973 und 1974 wurden die Hauptwege in der Anlage Kappenstraße neu befestigt.

1975 wurde unsere gesamte Anlage (Kappen- und Boverstraße) wieder als Dauer-kleingarten in den Bebauungsplänen der Stadt als „Öffentliches Grün“ ausgewiesen.

Eines der ältesten Gartenhäuschen in unserer Anlage

Eines der ältesten Gartenhäuschen in unserer Anlage

Hier die Ansicht eines der ältesten Gartenhäuser in unserer Garten-anlage:
Diese Häuser wurden als Geräte-abstellkammer und Umzugsraum genutzt. Sie waren in der Regel nur ca. 2,50 m x 2,50 m x 2,50 m, also insgesamt 15,62 m3 groß und noch ohne Wasser- und Stromanschluss. Im Gegensatz dazu sind unsere Häuser heute ca. 110 m3 groß und haben Wasser und Strom.


1975
wurde in der Anlage Boverstrasse die Wasserleitung erneuert.

1983 bis 1985 | Umbau unseres Vereinshauses und viele neue Vorhaben

Umbau unseres Vereinshauses 1983

Umbau unseres Vereinshauses 1983

1983 stand die nächste große Arbeit vor der Tür. Da unser Vereinshaus mal wieder aus allen Nähten platzte, beschlossen wir, es auf seine heutige Größe umzubauen. In nur 10 Wochen hatten unsere Gartenmitglieder das Dach, die Außenmauern und den angebauten Wintergarten abgerissen. Auf unsere Baugenehmigung mussten wir allerdings 9 Monate warten.

Unter unseren Gartenfreunden gab es Maurer, Zimmerleute, Elektriker, Fliesenleger, Installateure und Schlosser, so dass wir mit diesen Leuten in Eigenarbeit den Rohbau erstellen konnten. Bis zum Richtfest vergingen noch einige Monate die mit viel Arbeit verbunden waren. Danach wurde ausgiebig gefeiert. Das hatten wir uns wirklich verdient!

Blick auf unser "Schmuckstück" nach dem Umbau 1983

Blick auf unser „Schmuckstück“ nach dem Umbau 1983

Interessante Zahlen zum Umbau:
Bis zur vollständigen Fertigstellung unseres Vereinshauses musste jedes Gartenmitglied noch ca. 30 Arbeitsstunden beisteuern. Insge- samt verbrauchten wir etwa 12.000 Gemeinschaftsstunden im Wert von ca. 240.000 DM und ca. 100.000 DM in Form von Bargeld. Diese Summe wurde durch unsere Mitglieder als zinsloses Darlehen an den Verein aufgebracht.

 

 

1984 stellte die Stadt Mülheim a.d. Ruhr unserem Verein ein weiteres brachliegendes Grundstück zur Verfügung.
Neue Gartenhäuschen 1984Das Grundstück wurde in 6 Parzellen aufgeteilt und in kürzester Zeit wurden 6 neue Gartenhäuser gebaut. Neben den üblichen Pflege- und Instandsetz-ungsarbeiten kam wieder eine große Sache auf unseren Kleingarten zu.

1985 wurde in der Anlage Kappen-straße die alte Wasserleitung still-gelegt und eine neue Wasserleitung in Betrieb genommen. Durch eine Spende der „Mannesmann Röhrenwerke“ waren wir in der Lage, eine etwa 1.500 m lange Ringleitung zu verlegen. Während der Arbeiten die ca. zwei Monate dauerten, sah unsere Gartenanlage wie ein Schlachtfeld aus.

1990 bis 1999 | Anerkennung und Verschönerung unserer Anlage

Das   Foto   zeigt   (v.l.n.r.)   die    Gartenfreunde Horst Schmidt,  Udo Schmalhaus, den  früheren  Vorsitzenden Fritz Hardering,  den  früheren Vorsitzenden  des Mülheimer  Kreisverbandes   Franz  Kaiser,     sowie  die  damalige Bürgermeisterin Lisa Poungias.

Das Foto zeigt (v.l.n.r.) die Gartenfreunde Horst Schmidt, Udo Schmalhaus, den früheren Vorsitzenden Fritz Hardering, den früheren Vorsitzenden des Mülheimer Kreisverbandes Franz Kaiser, sowie die damalige
Bürgermeisterin Lisa Poungias.

Als Anerkennung wurde unserer Gartenanlage im Jahr 1991 die Silberplakette für besondere Leistungen des Landes NRW für Kleingärtner verliehen. Darüber hinaus wurden wir mit dem Ehrenpreis des Landesverbandes Gartenbau Rheinland e. V. für vorbildlichen Anbau von Obst und Gemüse im Rahmen des Landes-wettbewerbs „Kleingärten in NRW“ ausgezeichnet .

Die Bewertungskommission hat bei der Verleihung sowohl das intakte Vereinsleben wie auch die kleingärt-nerische Nutzung der Parzellen mit einer überdurchschnittlichen Gemüseanbaufläche gewürdigt als auch die vorbildliche Entsorgung der Altlasten bei der in Eigenarbeit vorge-nommenen Erneuerung der Gartenwege in der gesamten Anlage. Gleichzeitig wurde auch eine Auszeichnung an die Stadt Mülheim an der Ruhr überreicht.

Nachdem wir eine Zusage erhalten hatten, unsere Wege pflastern zu dürfen, begannen wir gegen Ende des Jahres 1995 wieder mit Arbeiten an den Gartenwegen in der Anlage Boverstraße. Mit Elan gingen wir an die Arbeit. Doch nachdem ein Elektrokabel für drei Laternen verlegt und die Randsteine befestigt waren überraschte uns erst einmal der Winter.

1996: Neu gestalteter Ruhebereich und Rundweg in der Anlage Boverstraße

1996: Neu gestalteter Ruhebereich und Rundweg in der Anlage Boverstraße

1996 im Frühjahr wurden Steine in fünf verschiedenen Farben bestellt und alle Gartenfreunde konnten wieder richtig loslegen. Einige Gartenfreunde machten sich Gedanken um Gestaltung und Aussehen des Weges. Nach 6-monatiger Arbeit war der erste Weg und der Ruheplatz mit Rundweg vor unserem Gerätehaus umgestaltet und fertig gestellt.

Gestärkt durch die Glückwünsche und Anerkennung von unseren Gartenfreunden und Besuchern, beschlossen wir, die restlichen 3 Wege unserer Anlage in den nächsten Jahren auf gleiche Weise umzugestalten. Bis 1999 wurden 2 weitere Wege in unserer Kleingartenanlage fertig gestellt.

Einladender Ruheplatz  am Hauptweg in der Anlage Kappenstraße

Einladender Ruheplatz am Hauptweg in der Anlage Kappenstraße

Ab 1999 wurde der Hauptweg in unserer Gartenalage Kappenstraße in drei  Bauabschnitten mit einem immensen Kraft- und Geldaufwand fertiggestellt. Die Fläche des neu angelegten Weges entspricht einer Fläche von etwa 960 m². Insgesamt haben unsere fleißigen Gartenfreunde bis zur Fertig-stellung u.a. etwa ca. 450 Tonnen Lehmboden bewegt und 40.000 Steine verlegt.

Am Ruheplatz wurden Palisadenrundsteine zur Abgrenzung der neuen Rabatte verarbeitet. Diese Rabatte wurden in Gemeinschaftsarbeit der Gartenfreundinnen Renate Pietsch und Ursula Liebert gestaltet. Damit der Ruheplatz auch als solcher genutzt werden kann, spendete die Sparkasse Mülheim an der Ruhr zwei Gartenbänke.

Im Jahr 2001 wurde am 31. März der neuangelegte Weg in der Anlage Kappenstraße feierlich eingeweiht.

2006 Unser Kleingärtnerverein feiert stolz sein 90-jähriges Jubiläum

 


Alle Bilder unserer Vereinsgeschichte in der Galerie anschauen: